Monat: Februar 2021

Genug verzichtet – Fasten in der Krise

Vorschau in neuem Tab

In der Zeit vor Ostern ist fasten angesagt. Die traditionelle Fastenzeit im Christentum erstreckt sich von Aschermittwoch bis Karsamstag, bis Anfang April. Die Sonntage werden dabei nicht mitgezählt.

Laut Umfrage der Krankenkasse DAK Gesundheit verzichteten 64 Prozent der Deutschen für mehrere Wochen gezielt auf ein bestimmtes Genussmittel oder auf Konsumgüter. Schon vor der Fastenzeit gaben mit 73 Prozent fast drei Viertel an, in diesem Jahr auf Alkohol verzichten zu wollen. Gerne wird auch auf Süßigkeiten verzichtet. 68 Prozent wollen in dieser Fastenzeit keine Süßigkeiten essen, auf Fleisch will sogar fast jeder Zweite verzichten. Dagegen ist die Bereitschaft auf das Smartphone oder das Internet zu verzichten gesunken. Im Hinblick auf die Corona-Pandemie ist es sicher verständlich, dass man sich der einzig verbliebenen Kontaktmöglichkeiten nicht berauben möchte. Viele wolle auch während der Fastenzeit das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren.

Worauf werden Sie liebe Leserin, lieber Leser in dieser Fastenzeit verzichten? Auf Schokolade oder Alkohol? Auf zu viel Autofahren oder Internetkonsum? Oder geht es Ihnen wie vielen im Moment, dass sie angesichts der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen genug haben von Verzicht und Entsagung?

„Ich faste und verzichte seit Monaten auf Kontakte, Geselligkeit, Gemeinschaft. In der Isolation jetzt auch noch auf das Stück Kuchen oder ein Schnitzel zu verzichten, auf gar keinen Fall! Das kommt nicht in Frage.“, Mit diesen Worten spricht eine interviewte Dame vielen Menschen aus dem Herzen.

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Richtiges und falsches Fasten

Das Feiern ist jetzt erst einmal vorbei. Die Coronazeit bot dafür diesmal auch keine echte Gelegenheit. Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Sie ist sieben Wochen lang und geht bis Ostern. Eine ganz schön lange Zeit, in der man sich vornehmen kann auf etwas zu verzichten und innezuhalten. Das tut gut und reinigt Körper und Seele. Die Fastenzeit bietet die Gelegenheit sich selbst und das Leben neu kennenzulernen und zu entdecken.

Worauf kann ich verzichten? Wovon bin ich abhängig? Wer darüber nachdenkt schärft seine Sinne für das, was wirklich wichtig ist und für das, was wir wirklich brauchen. Früher war das Fasten kirchlich und staatlich verordnet, heute ist es eine freiwillige Angelegenheit. Denn ich nehme mir die Freiheit auf etwas zu verzichten, es ist kein Zwang, niemand befiehlt es mir. Wenn ich freiwillig faste, spüre ich, wovon ich abhängig bin, aber auch was mich hält. Ich erlebe woran mein Herz hängt, was mich festhält aber auch eine ungekannte Freiheit den Dingen gegenüber. Ich kann etwas lassen und dadurch finde ich zu mehr Unabhängigkeit in meinem Leben. Ich kann da sein ohne etwas nutzen zu müssen und zu gebrauchen, es reicht mir, dass ich weiß, dass alles was ich zum Leben brauche da ist. Fasten führt vom Haben zum Sein.

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Licht der Erinnerung

Wie lange noch? Seit Monaten schon diese Unsicherheit. Bei jedem Besuch, den ich mir vornehme bleibt trotz aller Vorkehrungen die Sorge, dass ich womöglich das Virus zu jemandem bringe.

Wie lange noch? Wir versuchen durchzuhalten. Im Vergleich zu vielen anderen kann ich in meinem Beruf als Pfarrer weiterarbeiten, wenn auch mit Einschränkungen und Vorbehalten. Andere sind mittlerweile in ihrer beruflichen und geschäftlichen Existenz bedroht. Ich bin dankbar, dass wir inzwischen gelernt haben mit der Situation umzugehen, trotzdem bleibt natürlich auch bei mir die Sehnsucht nach Normalität, wie auch immer sie aussehen mag.

Wie viele andere auch, hoffe ich, dass wir uns in naher Zukunft wieder unbeschwert und ausgelassen begegnen können, ohne die Angst sich anzustecken und ohne den Zwang Masken tragen zu müssen. Jeden Abend schaue ich mir die aktuellen Zahlen, Inzidenzwerte, Neuansteckungen und Todesfälle im Fernsehen an. Es ist, als ob wir in einem Traum gefangen wären, hypnotisiert von Zahlen und Ängsten.

Ich hoffe, dass wir alle schon bald geimpft werden können. Andere Lösungen sind nicht in Sicht. Die Krise hat uns alle ermüdet, und je länger sie dauert, um so unruhiger macht sie uns und zehrt an uns. Wie lange noch? Wann ist es endlich vorbei mit dieser Pandemie?

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