Pfingsten, das liebliche Fest

Pfingsten und die Geisteskraft

Viele Menschen nutzen Pfingsten für einen kurzen Urlaub. Vielleicht sogar in diesem Corona-Jahr. Schönes Wetter lädt uns ein das Leben zu genießen. Schon Goethe fand das Pfingstfest lieblich. In der Fabel Reineke Fuchs schriebt er: „Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen! Es grünten und blühten Feld und Wald; auf Hügeln und Höhn, in Büschen und Hecken.“

Was Pfingsten bedeutet, woher es kommt und was es damit auf sich hat, wissen aber die wenigsten. Zu Weihnachten fällt den meisten Menschen schnell etwas ein. Wir erinnern uns an Christi Geburt und stellen Weihnachtsbäume auf. An Ostern gibt’s Ostereier und den Osterhasen. Doch was war nochmal an Pfingsten los? Irgendetwas von dem man keine genaue Vorstellung hat. Tatsächlich schildert das Pfingstfest etwas Unsichtbares: eine innere Erfahrung.

An Pfingsten gibt es kein Weihnachtsgebäck und auch keine Osterhasen, sondern den Heiligen Geist. Er ist unsichtbar. Die Bibel erzählt, wie der Heilige Geist an Pfingsten über die Jüngerinnen und Jünger kam und sie inspirierte. Er setzte sie in Bewegung hinaus in die Welt zu gehen und das Evangelium zu verkündigen. Das war die Geburtsstunde der Kirche(n). Eine Art „Startup“, die Gründung eines Unternehmens mit einer besonders innovativen Idee und der Aussicht auf großes Wachstum. Auch wenn das Wachstum inzwischen merklich nachgelassen hat, so bewegt uns diese Idee bis heute und hilft uns den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.

„Der Heilige Geist weht, wo er will,“ heißt es. Das ist einerseits ein Vorteil, weil er sich damit menschlicher Verfügbarkeit entzieht und Freiheit einräumt. Andererseits ist er deshalb auch nicht wenigen unheimlich. Wir freuen uns zwar über Spontaneität und Kreativität, gleichzeitig schätzen wir aber auch Ordnung und Klarheit. Wir sind bereit neue Wege zu gehen, aber wir hängen auch an verbürgten Gewohnheiten. Am Ende ist nicht immer klar, wozu uns der Heilige Geist inspiriert. Die einen sagen so, die anderen so. Woran erkennen wir den Heiligen Geist und diejenigen, die er inspiriert?

Der Apostel Paulus meint, den Heiligen Geist erkennt man an dem, was er bewirkt. Er schreibt: „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut.“ Daran kann man die heilige Geisteskraft erkennen, auch wenn sie zunächst unsichtbar ist. Doch das Gute, das sie in uns bewirkt, wird früher oder später sichtbar.

Kategorien Ansprache Kirchenjahr

Hallo, ich heiße Peter Lehwalder und bin evangelischer Pfarrer. Ich liebe meine Arbeit und den Kontakt mit Menschen. In meiner Freizeit wandere ich gerne und laufe, ich mag Bücher und spiele Online-Rollenspiele. Ich bin neugierig auf Gott und die Welt.