Autor: Peter Lehwalder

Hallo, ich heiße Peter Lehwalder und bin evangelischer Pfarrer. Ich liebe meine Arbeit und den Kontakt mit Menschen. In meiner Freizeit wandere ich gerne und laufe, ich mag Bücher und spiele Online-Rollenspiele. Ich bin neugierig auf Gott und die Welt.

Jubilate Deo

Jauchzet dem Herren alle Welt.

Jauchzet Gott, alle Lande!
Lobsingt zur Ehre seines Namens;
rühmet ihn herrlich!
Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!
Deine Feinde müssen sich beugen
vor deiner großen Macht.
Alles Land bete dich an und lobsinge dir,
lobsinge deinem Namen.
Kommt her und sehet an die Werke Gottes,
der so wunderbar ist
in seinem Tun an den Menschenkindern.
Er verwandelte das Meer in trockenes Land,
sie gingen zu Fuß durch den Strom;
dort wollen wir uns seiner freuen.
Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich,
seine Augen schauen auf die Völker.
Die Abtrünnigen können sich nicht erheben.
Lobet, ihr Völker, unsern Gott,
lasst seinen Ruhm weit erschallen,
der unsere Seelen am Leben erhält
und lässt unsere Füße nicht gleiten.

Einstimmen in das Lob Gottes

Am dritten Sonntag nach Ostern werden wir eingestimmt in das Lob Gottes. Psalm 66 gibt heute den Ton an. „Jauchzet Gott, alle Lande,“ heißt es, und weiter „Lobsingt zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich.“

Das Lob dieses Sonntages gebührt Gott, und wenn wir genau darauf achten, seinen Werken und seiner Schöpfung. „Wie wunderbar sind deine Werke“ rühmt ein Psalmbeter. „Wie wunderbar sind deiner Hände Werk.“ Im Frühling ist es leicht in dieses Lob miteinzustimmen, wenn alles grünt und blüht und die Sonne scheint. Es ist ein Anblick, der unser Herz beschwingt und unsere Seele vielleicht ein wenig hüpfen lässt. Doch nicht allein die duftende und vielfarbige Natur lädt uns zum Jubilieren ein, es sind auch die vielen kleinen und großen Dinge, die uns aufatmen lassen und uns an Gottes Walten und Weben erinnern: Dass die Erde besteht und wir morgens aufstehen können, dass wir gesund sind oder wenn wir krank sind auch Hilfe finden können, dass alles seine Ordnung hat, auch wenn sie manchmal einengt. Wenn wir Gott loben, bringen wir zum Ausdruck, dass es schön ist zu leben, und wir zeigen uns dankbar, dass Gott es uns ermöglicht ebenso frei wie behütet, das Leben aus seiner Hand zu nehmen.

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Der Herr ist mein Hirte

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir.
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen
mein Leben lang,
und ich werde bleiben
im Hause des Herrn immerdar.

Psalm 23
Jesus, der gute Hirte

Der zweite Sonntag nach Ostern

Am Sonntag Miserikordias Domini ( = die Erde ist voll der Güte des Herrn), dem zweiten Sonntag nach Ostern, erinnern wir uns an den „guten Hirten.“ Das Bild des guten Hirten zieht sich wie ein immer wiederkehrendes Leitmotiv durch die Bibel. Im Alten Testament konnte man die Könige als gute Hirten ansehen, die ihr Volk weideten und beschützten. Im Neuen Testament haben unsere Vorfahren Jesus Christus als guten Hirten betrachtet und verehrt. Älter als die Kreuzigungsdarstellungen sind die ersten Bilder, die Jesus als guten Hirten darstellten, der ein Lämmchen auf seinen Schultern trug und es in Sicherheit brachte.

Der Hirte in biblischer Zeit

In biblischer Zeit hüteten die Hirten ihre Herden und hielten sie zusammen und schützten sie vor Gefahren. Die Hauptaufgabe bestand darin die Herde zusammenzuhalten und immer wieder neue Weidegründe zu erschließen. In der agrarischen Gesellschaft der Antike kam es auf jedes einzelne Tier an. Verschwand der Hirte oder kümmerte er sich nicht richtig um seine Tiere, dann schwebte die ganze Herde in Gefahr. Die Sicherheitslage damals war insgesamt bedrohlicher als heute.

Hirten und Schafe

Von Hirten und Schafen sprechen wir bis heute in unseren Kirchen. Die kath. Kirche bezieht das Motiv des schützenden Hirten auf das Amt des Bischofs. Und wenn wir vom Herrn „Pastor“ sprechen, meinen wir damit eigentlich einen Hirten, denn das Wort Pastor stammt von dem lateinischen Wort „pastor“ ab. In der Kirche begegnet uns das Motiv vom guten Hirten immer wieder. Oft weist es uns auf das wiedergefundene Schaf, das der gute Hirte auf seinen Schultern trägt. Als Schafe bezeichnen wir dagegen oft die Gläubigen, die zu einer Herde zusammengefügt, zufrieden auf grünen Auen weiden sollen.

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Die Chance in der Krise

Das Erdbeben von Lissabon

Das Erdbeben von Lissabon im Jahre 1755 brachte viele Glaubensvorstellungen durcheinander. Der Glaube an einen guten Gott, der die beste aller Welten erschaffen habe, geriet in Schwierigkeiten. Denn in der besten aller Welten dürften eigentlich keine Naturkatastrophen vorkommen und Menschen dadurch zu Tode kommen.

Die Pandemie ist auch eine Naturkatastrophe

Die Corona-Pandemie ist auch eine Art Naturkatastrophe, die unser modernes Weltbild gehörig durcheinander wirbelt. Wir spüren einmal mehr, dass wir die Welt und das Leben nicht im Griff haben. Im Gegenteil, wir erleben wie verletzlich wir sind und die Welt, die wir nach unseren eigenen Maßstäben aufgebaut haben. Wir glauben, dass sich durch Technik und immer bessere Technik alle Probleme lösen lassen werden, und dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir auch diese Krise gelöst haben werden.

Wir sind Geschöpfe der Natur

Doch wir sind Geschöpfe der Natur auch wenn wir technikaffin unsere Smartphones mehr lieben als vielleicht unsere Mitgeschöpfe die Tiere und Pflanzen. Wir sind verletzliche Menschen, und die Corona-Krise führt uns vor Augen, dass wir auch durch sie sterben können. Ich halte es deshalb für besonders wichtig, dass wir uns als Teil der geschöpflichen Welt ansehen, und uns nicht als Krone der Schöpfung beweihräuchern. Die jetzt immer wieder geforderte Rückkehr zur Normalität, darf nicht dazu führen, dass wir weiter so wie bisher die Natur ausbeuten und für unsere Kinder und Enkelkinder nichts mehr übriglassen.

Die Chance in der Krise

In jeder Krise steckt immer auch eine Chance und in jedem Schlimmen, gibt es auch Ansätze, die Hoffnung keimen lassen können. Die entscheidende Frage dabei ist, in welcher Welt wollen wir leben und wie könnte unser Leben aussehen, wenn wir nicht ständigen Produktivitätssteigerung nachjagen müssen und mit anderen konkurrierten, um stetiges beschleunigtes Wachstum zu erreichen? Die durch die Korona-Krise bewirkte Entschleunigung könnte uns zum Innenhalten anleiten und zu einer Atempause für unser Leben werden. Dann könnte auch eine Krise Gutes bewirken.

Distanzregeln für den Gottesdienst

Herrenboutiquen oder Gottesdienste

„In dem Moment, in dem Herrenboutiquen wieder geöffnet werden, ist es schwer darstellbar, dass keine gottesdienstlichen Veranstaltungen stattfinden dürfen,“ sagte der Kirchenrechtler Michael Heinig.

Taufen oder Grillfeste

Das Verbot öffentlicher Gottesdienste berühre den Kern der Religionsfreiheit, sie sei aber ein besonderes Grundrecht ohne Gesetzesvorbehalt. Deshalb unterscheide sich aus juristischer Sicht eine religiöse Zeremonie wie eine Taufe von einem Grillfest.

Wiederaufnahme von Gottesdiensten

Verschiedene Religionsgemeinschaften setzen sich für eine Fortsetzung von Gottesdiensten ein. Doch bis Anfang Mai wird das Grundrecht auf freie Religionsausübung weiter beschränkt bleiben. Danach könnten Gottesdienste unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften wieder besucht werden.

Kreative Ideen und angeleitete Gebete

In der Zwischenzeit bis dahin versuchten die Gemeinden mit kreativen Ideen, den Verlust der Gottesdienste auszugleichen. Es gibt angeleitete Gebete per Videostream, Gottesdienste mit Fotos von Gemeindegliedern auf leeren Kirchenbänken, Do-it-yourself-Anleitungen, Autogottesdienste und Seelsorge per Telefon oder Chat. Was allerdings fehlt ist die gemeinsam praktizierte Religiosität.

Distanzregeln und Mundschutz

Distanzregeln, Mundschutz, kein gemeinsames Abendmahl oder singen, werden wohl auch in Zukunft verpflichtend sein. In den kommenden Wochen sollen Konzepte erarbeitet werden wie Hygiene und Abstandsregeln in unseren Gottesdiensten gewährleistet werden können.

Osterfreude in der Krise

Das ist mir lieb,
dass der Herr meine Stimme und mein Flehen hört.
Denn er neigte sein Ohr zu mir;
darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.
Stricke des Todes hatten mich umfangen,
des Todesreichs Schrecken hatten mich getroffen;
ich kam in Jammer und Not.
Doch ich sprach: „Ach Gott, errette mich!
Wenn ich schwach bin, so hilfst du mir.
Du wirst meine Seele vom Tode erretten,
mein Auge von den Tränen,
meinen Fuß vom Gleiten.
Ich werde leben und Gott dankbar sein.

Psalm 116

Freude in Zeiten der Krise?

Wir hatten uns auf Ostern gefreut und wahrscheinlich hat auch insgeheim die Hoffnung mitgespielt, dass die Ausgangsbeschränkungen bald gelockert werden könnten. Natürlich hat auch das schöne Wetter während der österlichen Tage dazu beigetragen, zuversichtlich nach vorne zu schauen. Und unsere Hoffnungen trügen nicht. In dieser Woche nach Ostern setzen sich unsere regierenden Politiker zusammen, um neue Maßnahmen zu besprechen, wie es für uns alle weitergehen könnte. Im Gespräch sind Öffnungen des Schulbetriebes und die Öffnungen kleinerer Geschäfte. Nachdem sich die Geschwindigkeit der Neuansteckungen mit dem Covid Virus verlangsamt hat, geht es jetzt darum das öffentliche Leben wieder in die Hand zu nehmen und vorsichtig zu gestalten. Wir fragen uns natürlich auch, wenn wir wieder Gottesdienste halten könnten und wann das Gemeindeleben wiederaufleben kann. Wir mussten unsere Konfirmationen in den Herbst hinein verschieben, die Goldene Konfirmation wird jetzt voraussichtlich im Oktober stattfinden. Hoffentlich können wir diese Termine am Ende auch einhalten.

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Ostern – die Auferstehung Jesu Christi

Der Herr ist meine Macht und mein Psalm
und ist mein Heil.
Man singt mit Freuden,
Gott behält den Sieg.
Ich werde nicht sterben, sondern leben
und des Herrn Werke verkündigen.
Dies ist der Tag, den der Herr macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Psalm 118

Am Ostersonntag freut sich die Christenheit über die Auferstehung Jesu Christi. Die Feier der Auferstehung beginnt schon in der Osternacht. Einem alten Brauch nach wird die Osterkerze zu Beginn der Osternachtfeier von Karsamstag auf Ostersonntag am geweihten Osterfeuer entzündet und in die vollkommen dunkle Kirche getragen. Symbolisch soll damit sichtbar werden, dass Jesu der Ursprung des Lebens ist und Licht in die Dunkelheit bringt.

„Mit dem Tod ist alles vorbei,“ glauben wir vielleicht. Das stimmt einerseits, denn mit dem Tod findet ein individuelles Leben sein Ende. Wir tragen unsere Verstorbenen zu Grabe und wir wissen, dass nie mehr so sein wird wie früher. Das ist schmerzlich. Als ob eine ganze Welt zerbrochen wäre. Und dann müssen wir noch einmal von vorne anfangen und uns neu organisieren. Wir müssen mit weniger zurechtkommen. Mit weniger Zuspruch, mit weniger Hilfe, mit weniger Gemeinschaft. Das ist nicht einfach. Das braucht seine Zeit. Die Welt, die wir zu kennen glaubten, ist nicht mehr so wie sie war. Das Leben, der Alltag fühlt sich jetzt anders an. So wie im Traum, manchmal wie hinter Glas, unwirklich und fremdartig. Sterben und Tod haben ihre Spuren hinterlassen und uns gefangen genommen. Der Schmerz um einen Menschen bindet uns, nicht die Dankbarkeit oder die Freude.

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Karfreitag – die Kreuzigung

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.
Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht,
und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.
Unsere Väter hofften auf dich;
und da sie hofften, halfst du ihnen heraus.
Zu dir schrien sie und wurden errettet,
sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.
Herr, sei meine Stärke,
eile mir zu helfen.

Psalm 22

Der Karfreitag ist der Überlieferung nach der Todestag Jesu. An diesem Tag fand der Prozess, die Hinrichtung und die Beerdigung von Jesus in Jerusalem statt. Pilatus, der römischer Statthalter, sprach Jesus wahrscheinlich des Landfriedensbruchs für schuldig und verurteilte ihn zur Kreuzigung. Vielleicht geht es Ihnen genauso wie mir. Täglich betrachte ich die Zahl der Neuansteckungen und der Toten. Sie nimmt ständig zu. Überall auf der Welt gibt es Tote und ein Ende ist nicht abzusehen. Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor und versuchen es zu vermeiden, doch die Epidemie fordert Opfer. Menschen müssen sterben und jeder von uns muss einen Preis zahlen. Schlimm finde ich, dass wir den Sterbenden nur aus der Ferne zuschauen können, denn Besuche am Krankenbett sind so gut wie unmöglich geworden. Heime und Krankenhäuser werden geschlossen und Besuche sind nur noch in Ausnahmefällen gestattet. In Würde zu sterben, stelle ich mir anders vor. Es ist schmerzlich so verlassen zu sein von lieben und vertrauten Menschen, von allen guten Geistern und von Gott. Doch am Ende muss wohl jeder von uns den letzten Weg alleine gehen, in Mut und Verzweiflung, in Vertrauen und Zweifel.

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Gemeinschaft und Einsamkeit

Gründonnerstag –

Gott hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder,
der gnädige und barmherzige Herr.
Er gibt Speise denen, die ihn fürchten;
er gedenkt ewig an seinen Bund.
Alle seine Ordnungen sind beständig.
Sie stehen fest für immer und ewig.
Sie sind wahrhaftig und recht.
Er sendet seinem Volk Erlösung.
Die Furcht vor Gott ist der Weisheit Anfang.
Wahrhaftig klug sind alle, die so handeln.

Psalm 111

Der Gründonnerstag erinnert an das Passahmahl (später Abendmahl), das Jesus als Abschieds- und Hoffnungsmahl am Abend vor seiner Gefangennahme am Karfreitag mit seinen engsten Vertrauten, den Jüngern, gefeiert hat. Der Name „Grün“-Donnerstag leitet sich wahrscheinlich von „gronan“ = weinen („greinen“) ab

Wir denken am Gründonnerstag an das Abendmahl, das Jesus mit seinen Freunden gefeiert hat. Wie jedes gemeinsame Essen, soll es nicht nur satt machen, sondern auch die Gemeinschaft stärken. Es erinnert an die Tradition der Befreiung und es soll wie auch immer neue Kräfte freisetzen. Essen ist Nahrung für uns, aber auch die Gemeinschaft und die überlieferten Traditionen stärken unsere Seelen. Sie spenden Mut und schenken neue Kraft. Doch diese Gemeinschaft ist gefährdet. Nicht alle ziehen an einem Strang. Es gibt Verleumdungen und Verurteilungen, Ängste und Schwächen tun sich auf, sogar Zorn und Hass. Wenn vieles auf dem Spiel steht, scheiden sich die Geister und aus Vertrauen wird Zweifel. Alle fragen sich: Bin ich’s? Werde ich standhalten können und treu sein oder wird am Ende meine Angst siegen und mich überwältigen? Werde ich Dinge tun, die nicht mehr gut zumachen sind?

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Es spitzt sich zu

Palmsonntag – Die Krise spitzt sich zu

Gott, hilf mir!
Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.
Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist;
ich bin in tiefe Wasser geraten,
und die Flut will mich ersäufen.
Ich habe mich müde geschrien,
mein Hals ist heiser.
Meine Augen sind trübe geworden,
weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.
Ich bin elend und voller Schmerzen.
Gott, deine Hilfe schütze mich!
Gott, nach deiner großen Güte
erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

Psalm 69

Eröffnet wird die Karwoche mit dem Palmsonntag. Der Palmsonntag schildert den Einzug Jesu nach Jerusalem. Die Menschen jubelten Jesus zu und streuten ihm grüne Zweige auf den Weg in die Stadt. Wenige Tage später wurde er gekreuzigt.

Mit dem Einzug Jesu nach Jerusalem spitzt sich die Situation zu. Viele Erwartungen ruhten auf ihm, die Hoffnung auf Befreiung lebte auf, der Glaube, dass jetzt alles besser werden würde. Andere hegten Befürchtungen: Was wenn es zu einem Aufstand kommt? Was wenn die Situation unkontrollierbar wird. Wenn Ordnung nur noch mit Gewalt hergestellt werden kann? Was ist, wenn der Handel zum Erliegen kommt und keine Geschäfte mehr gemacht werden können? Wenn die Preise steigen und die Nahrungsmittel knapp werden? Wenn die öffentliche Ordnung und die religiösen Gepflogenheiten nichts mehr gelten?

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In der Karwoche April 2020

Es ist Krisenzeit – es ist Karwoche

In dieser Woche beginnt die Karwoche. Sie beginnt am Palmsonntag und reicht über Gründonnerstag und Karfreitag hinaus bis zum Osterfest. Wir erinnern uns in dieser Zeit an das Leiden und Sterben Jesu Christi und gehen in Gedanken diesen Weg mit. Es ist eine Zeit der Trauer und der Besinnung. Das althochdeutsche Wort „kara“ weist darauf hin, es bedeutet soviel wie Klage und Trauer.

Wahrscheinlich legen sich auch uns in dieser Zeit, die von Corono-Virus, Ansteckungsängsten und Existenzängsten geprägt ist, Trauer und Unsicherheit, Zorn und Resignation nahe und es gibt viel zu klagen. Statt zur Arbeit zu gehen, müssen wir jetzt im Homeoffice am Computer sitzen, statt zur Schule zu gehen oder die Ferien zu genießen, bekommen wir jetzt digitale Hausaufgaben ohne Ende. Eltern müssen jetzt verstärkt Job und Kinder unter einen Hut bringen. Das ist für uns alle nicht leicht. Viele Läden haben geschlossen und beim Einkaufen gehen stehen wir in gebührendem Abstand in der Warteschlange. Telefonhotlines sind überbelegt. Schnelle Hilfe ist nicht zu erwarten. Man muss sich selbst helfen.

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