Schlagwort: barmherzig

Was ich verdient habe

Gott erinnere dich an deine Barmherzigkeit,
wir brauchen sie am Abend und am Morgen,
wenn es eng wird,
Wenn wir abgelehnt werden,
wenn wir Fehler machen,
wenn wir nicht mehr weiter wissen.
Gedenke deiner Barmherzigkeit,
wenn du annimmst, was nicht zu ändern ist,
wenn du verzeihst und fünf gerade sein lässt,
wenn du nach vorne schaust und nicht zurück.
Am Abend und am Morgen,
leben wir von Gnade und Barmherzigkeit,
sie kommt von dir und geht mit uns
von Anfang bis zu Ende.

Amen.

Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind,“ so lautet das Motto für den zweiten Sonntag der Passionszeit „Reminiszere“ (Gedenke).

Die Worte des Psalms erinnern uns noch einmal an die Jahreslosung dieses Jahres, die ebenfalls der Barmherzigkeit gewidmet ist. „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (LK 6,36)

Beide Sprüche betonen, wie wichtig Barmherzigkeit für unser menschliches Zusammenleben ist. Barmherzigkeit und Güte sind wie die Bibel weiß, Voraussetzungen menschlichen Lebens, das den Zusammenhang von Tun und Ergehen übersteigt. Barmherzigkeit unterbricht den Zwang der Kausalitätskette und ermöglicht eine zweite Chance.

Überlegen Sie einmal, wenn jeder nur das bekommen würde, was er oder sie verdient hätte? Wie wäre das? Einerseits erscheint es reizvoll, den gerechten Lohn für das, was wir getan haben, zu bekommen, und nicht hinten anstehen zu müssen und für einen gerechten Lohn streiten zu müssen. Viele würden sagen: wir haben uns das verdient, in welcher Hinsicht auch immer. Doch was ist schon gerecht? Schon verschiedene Tätigkeitsprofile lassen sich schwer miteinander vergleichen, und die Frage, was ist mir die eine oder andere Tätigkeit wert, regelt keine Ethikkommission, sondern der Markt.

Wenn ich sage, „ich hab mir das verdient,“ freue ich mich über meine Leistung und gleichzeitig über die in meinen Augen angemessene Belohnung dafür. Natürlich weiß ich, dass es neben mir noch andere gibt, die den gleichen Lohn verdient hätten, aber leider nicht entsprechend entlohnt werden. Das ist ärgerlich aber scheinbar unabänderlich. Leider ist unsere Welt so. Auf dem Papier wird Gleichheit und Gerechtigkeit groß geschrieben, doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Die Märkte regeln, was wir verdienen und nicht zuletzt auch was wir wert sind. Eine simple Kosten-Nutzen-Rechnung entscheidet darüber, wer und was nützlich oder noch nützlicher ist. Dieses System hat sich über Jahrhunderte bewährt und es ist uns zur zweiten Natur geworden. Wir wenden es sogar auf uns selbst an. Alt geworden, sagen wir z. B., dass wir nur noch zu wenig zu gebrauchen sind, oder wir versuchen uns im Gegenteil noch irgendwie nützlich zu machen. Auch Menschen mit anderen Einschränkungen und Krankheiten möchten ihren Beitrag leisten und zeigen, dass sie etwas Wert sind und etwas können. Das Problem ist aber, dass wir unseren Nutzen unter Beweis stellen müssen, und dass dieser Nutzen von anderen bewertet wird und nicht allein von uns selbst. Insofern sind wir immer abhängig von gegenwärtigen Meinungsbildern und dem, was gerade gebraucht wird.

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Barmherzigkeit mit 5 Buchstaben

Jahreslosung 2021 – Lukas 6,36

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!

Das Wort Barmherzigkeit benutzen wir in unseren Kirchen ziemlich oft. Es kommt in vielen biblischen Geschichten vor und nicht weniger in christlichen Chorälen und Gesängen. Doch wie steht es mit dem, was das Wort bedeutet?

Barmherzigkeit mit 5 Buchstaben – habe ich in einem Kreuzworträtsel gelesen. Was könnte damit gemeint sein? Ich muss nachdenken. Es fängt mit „G“ an, so viel kann ich mit Sicherheit sagen, denn das Tier, das auf dem Bauernhof lebt, ist eine Gans. Also Barmherzigkeit mit 5 Buchstaben und der erste Buchstabe ist ein „G“. Eigentlich hätte ich gedacht, Mitleid passt besser, aber das fängt ja nicht mit „G“ an und ist außerdem zu lang. Mir fällt auch Nächstenliebe ein und Selbstlosigkeit könnte auch für Barmherzigkeit stehen, aber diese Wörter sind viel zu lang.

Seit meiner Kindheit ist mir die Geschichte vom barmherzigen Samariter vertraut, wie der sich nicht lumpen lässt und den Verletzten, unter die Räuber gefallenen, verarztet und versorgt. Das fand ich gut, das hat mich schon immer beeindruckt, dass der so spontan hilft, und alles stehen und liegen lässt, um einen Fremden zu helfen. Dabei hätte er das doch gar nicht tun müssen. Die anderen sind ja auch einfach vorbeigegangen, der Priester und der Levit, alles Leute, die doch von Berufswegen hätten helfen können und sollen. Doch die haben das Weite gesucht, und sind auf und davon, so als hätten sie noch nie etwas von Nächstenliebe gehört.

Ich glaube, der Samariter hat Mitleid gehabt, und dann hat er sein Herz sprechen lassen und entsprechend gehandelt. Auch auf die Gefahr hin etwas falsch zu machen, aber immer noch besser als nichts tun.

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