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Leben mit und in Krisen

Krisen kommt immer ungelegen. Man kann sie verdrängen, vermeiden kann man sie nicht. Sie gehören zu unserem Leben – mit all den negativen Gefühlen, die sie begleiten. Krisen fordern uns heraus, sie zeigen an, dass wir etwas ändern müssen, wenn wir unser Leben erhalten wollen. Das Wort „Krise“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Entscheidung“. Es gilt also zu entscheiden, wie es weitergehen soll und auf welchen Wegen wir sicher durch die Krisen kommen wollen. Wir müssen uns darüber klar werden, was uns wirklich wichtig ist und worauf wir nicht verzichten wollen und können.

Diese Fragen sind nicht so leicht zu beantworten. Jede und Jeder von uns wird darauf eine individuelle Antwort finden müssen. Auch in unserer Gesellschaft wird es darüber verschiedene Meinungen und Ansichten geben. Es geht um viel, um Arbeitsplätze, Wohlstand und um unseren je eigenen Lebensstil.

Was in ein paar Jahren sein wird, wissen wir jetzt noch nicht. Sicher ist aber, dass jede Krisen Spuren hinterlässt, die uns mehr oder weniger lang zu schaffen machen werden. Auch wenn sie überwunden werden können, ist nachher manches anders als vorher und das muss auch nicht falsch sein. Vielleicht müssen wir uns von manchen Dingen verabschieden, während sich neue Wege finden lassen. So ist es schon immer gewesen und wird es auch jetzt sein. Das Leben erfindet sich ständig neu.

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Die Chance in der Krise

Das Erdbeben von Lissabon

Das Erdbeben von Lissabon im Jahre 1755 brachte viele Glaubensvorstellungen durcheinander. Der Glaube an einen guten Gott, der die beste aller Welten erschaffen habe, geriet in Schwierigkeiten. Denn in der besten aller Welten dürften eigentlich keine Naturkatastrophen vorkommen und Menschen dadurch zu Tode kommen.

Die Pandemie ist auch eine Naturkatastrophe

Die Corona-Pandemie ist auch eine Art Naturkatastrophe, die unser modernes Weltbild gehörig durcheinander wirbelt. Wir spüren einmal mehr, dass wir die Welt und das Leben nicht im Griff haben. Im Gegenteil, wir erleben wie verletzlich wir sind und die Welt, die wir nach unseren eigenen Maßstäben aufgebaut haben. Wir glauben, dass sich durch Technik und immer bessere Technik alle Probleme lösen lassen werden, und dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir auch diese Krise gelöst haben werden.

Wir sind Geschöpfe der Natur

Doch wir sind Geschöpfe der Natur auch wenn wir technikaffin unsere Smartphones mehr lieben als vielleicht unsere Mitgeschöpfe die Tiere und Pflanzen. Wir sind verletzliche Menschen, und die Corona-Krise führt uns vor Augen, dass wir auch durch sie sterben können. Ich halte es deshalb für besonders wichtig, dass wir uns als Teil der geschöpflichen Welt ansehen, und uns nicht als Krone der Schöpfung beweihräuchern. Die jetzt immer wieder geforderte Rückkehr zur Normalität, darf nicht dazu führen, dass wir weiter so wie bisher die Natur ausbeuten und für unsere Kinder und Enkelkinder nichts mehr übriglassen.

Die Chance in der Krise

In jeder Krise steckt immer auch eine Chance und in jedem Schlimmen, gibt es auch Ansätze, die Hoffnung keimen lassen können. Die entscheidende Frage dabei ist, in welcher Welt wollen wir leben und wie könnte unser Leben aussehen, wenn wir nicht ständigen Produktivitätssteigerung nachjagen müssen und mit anderen konkurrierten, um stetiges beschleunigtes Wachstum zu erreichen? Die durch die Korona-Krise bewirkte Entschleunigung könnte uns zum Innenhalten anleiten und zu einer Atempause für unser Leben werden. Dann könnte auch eine Krise Gutes bewirken.

Anfang eines Ausnahmezustandes

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

2. Tim. 1,7

Schwere Zeiten sind auf uns zugekommen

Liebe Gemeinde, es sind schwere Zeiten auf uns zu gekommen, die unseren Alltag komplett umkrempeln. Mit einem Male wird alles anders und es fühlt sich auch anders an.
Letzte Woche waren wir mit unseren Konfirmanden auf einer Freizeit im Odenwald. Wir haben die Vorstellung der Konfirmanden vorbereitet und waren guter Dinge, etwas Schönes zustande zu bringen. Die Stimmung war gut, und wir konnten uns intensiv mit dem Thema Rassismus beschäftigen. Unser Hauptproblem war das regnerische Wetter dieser Tage, und wir überlegten ob wir unseren Konfirmanden die geplante Stadtrallye zumuten sollten. Wir haben die Konfirmanden schließlich losgeschickt, und es ging auch irgendwie. Einen Tag später, es war mittlerweile Freitag, der 13. überschlugen sich die Nachrichten, die wir genauso wie unsere Konfirmanden meistens auf dem Smartphone verfolgten. Einige schauten sich am Abend vorher noch das Spiel der Eintracht via Internet an, das vor leeren Rängen stattfand und ein wenig gespenstig wirkte. Es war wie ein Auftakt für das, was noch kommen sollte, die Ausgangssperre, die Absage von Gottesdiensten, Restaurantbesuchen und jedwedem geselligen Beisammensein.

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