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Dass alle Welt 
geimpft würde…

Liebe Gemeinde, die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium beginnt mit dem Satz:

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. 2Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. 3Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.“

Unsere heutige Weihnachtsgeschichte im Jahre 2021 beginnt so ähnlich:

Es begab sich aber, dass ein Gebot von der Regierung ausging, dass alle Welt geimpft würde. Deshalb haben sich viele aufgemacht. Eine jede und ein jeder in seine und ihre Stadt.

Das wäre dann unsere Weihnachtsgeschichte und sie spiegelt wider, was uns in diesen Tagen bewegt, wenn wir an Weihnachten denken und unsere aktuelle Situation.

Verunsichert von vielen Zahlen und Appellen sind wir auf einem Weg in der Hoffnung, gesund zu bleiben und gleichzeitig uns selbst und andere zu schützen.

Wir haben uns aufgemacht, auf den guten Rat hin unserer Experten und Politikerinnen, und wir befolgen ihn meistens sofort, wenn auch nicht immer aus Überzeugung. Wir stellen uns in lange Schlangen vor den Impfzentren auf und hoffen darauf nicht weggeschickt zu werden. Es ist fast so wie bei der Herbergssuche in Bethlehem. Ob wir bald dran kommen? Ob es für uns einen Platz gibt oder eine Pause? Wir sind jetzt schon eine Weile unterwegs, und das Ziel schien schon näher gerückt zu sein. Aber immer wieder stellt sich heraus, dass der Weg noch nicht zu Ende ist, und wir immer noch nicht da sind, wo wir hinwollten. Viele sagen, dass diese Reise kein Kurzstreckenlauf ist, sondern ganz im Gegenteil ein Marathonlauf, deshalb brauchen wir immer wieder neu Geduld und Gottvertrauen.

Wir haben uns aufgemacht, vielleicht skeptisch, ob das wirklich etwas bringt, manche im treuen Glauben andere zähneknirschend, als sei das ein Eingriff in unsere Privatssphäre. Wir sind unterwegs so wie einst Maria und Josef, oder die Hirten auf dem Felde, und die Könige aus dem Morgenland, als verantwortungsbewusste Bürgerinnen, als Eltern und besorgte Großeltern.

Wir sind diesen Weg noch lange nicht gegangen, und von Freiwilligkeit kann wohl keine Rede sein. Aber wir nehmen unsere Pflicht und unsere Verantwortung, uns selbst und anderen gegenüber ernst. Wir möchten dazu beitragen, dass wir wieder alle in Gesundheit und Frieden miteinander leben können.

Die letzten beiden Jahre, auf die wir heute zurückblicken, haben vieles verändert, und die Welt wie wir sie kennen und lieben auf den Kopf gestellt.

Ich stelle mir vor, dass das Maria und Josef damals ganz ähnlich gegangen sein mag, als sie auf Befehl des Kaisers ihre Heimatstadt Nazareth verlassen mussten, um nach Bethlehem zur Volkszählung zu gehen. Sie werden sich das nicht ausgesucht haben, gerade auch angesichts der Schwangerschaft Marias.

So geschieht es immer wieder einmal im Laufe eines Lebens, dass uns solche Widerfahrnisse, die Pistole auf die Brust setzen und uns zum Handeln zwingen und uns nötigen, uns in Bewegung zu setzen.

Die Pandemie z. B. bis vor ein paar Jahren kannten wir so etwas nur vom Hörensagen und wähnten uns sicher davor, doch jetzt gibt uns die Pandemie die Regeln vor, so wie damals der Kaiser Augustus den Erlass zur Steuerschätzung. Es sind solche Ereignisse, die uns die Kontrolle aus den Händen nehmen und uns irgendwie auch hilflos nach Lösungen suchen lassen. Wahrscheinlich spüren wir das alle im Moment, wie wir die Kontrolle über unser Leben zu verlieren drohen, und wie andere oder anderes über uns hinweg entscheiden. Das macht traurig und ohnmächtig, aber andererseits auch ärgerlich, und manch einer ballt die Faust in der Tasche. Wahrscheinlich war Josef auch ärgerlich, als er seine Werkstatt und seine Arbeit zuhause im Stich lassen musste, für ihn hat das keinen Sinn ergeben, und nur der Kaiser würde davon schlussendlich profitieren. So wie ich mir Maria hingegen vorstelle, mag sie eher pragmatisch gedacht haben: Es muss sein und uns bleibt keine Wahl, aber irgendwie werden wir das schon schaffen, zusammen jedenfalls, die Reise wird nicht ewig dauern.

Es sind, glaube ich, auch heute diese Gedanken und Gefühle, die uns an Weihnachten begleiten. Da ist einerseits die Unsicherheit und die Frage ob das alles Sinn macht und wir wieder unser Leben wieder zurückbekommen? Da ist der Ärger über den Verlust unserer Souveränität, durch all die Einschränkungen und Kontaktbeschränkungen, und es gibt auch unter uns immer noch den trotzigen Mut, die Krise doch überstehen zu können und ebenso verantwortungsvoll wie mutig den Herausforderungen dieser Zeit Paroli zu bieten.

Das schließt die Rede von der Krise als Chance mit ein, ohne dadurch allerdings die Krise kleinzureden. Die Krise macht uns einsam, jeden von uns auf seine oder ihre Weise, und gleichzeitig verbindet sie uns auch, denn sie trifft uns alle und fordert uns auch alle.

Für Maria und Josef war es auch nicht einfach, einen Weg zu finden und nach Bethlehem zu kommen. Ohne besondere Ausrüstung und Wegzehrung, mag ihnen der Weg schwer vorgekommen sein, und ich bin mir sicher ohne die mutmachenden Worte eines Engels hätten sie sich nicht so weit vorgewagt und wären vielleicht auch nicht angekommen. Josef hätte am liebsten die Flucht ergriffen und hätte Maria ihrem Schicksal überlassen. Aber dann siegte doch in ihm die Liebe zu Maria und sein Verantwortungsgefühl ihr gegenüber. Und als Maria ihre Schwangerschaft entdeckte, wusste sie auch nicht wie sie damit umgehen sollte, und wie das werden würde. Für beide war es eine verzwickte Situation, die sich nicht durch menschliche Anstrengung auflösen ließ. Wenn es scheinbar nicht mehr weitergeht und eine klare Lösung nicht in Sicht ist.

In der Bibel sind es schließlich die Engel, die dem heiligen Paar den Weg bereiten und ihnen weiterhelfen. Sie helfen den beiden, Schritt für Schritt weiterzukommen, aufeinander zu achten und füreinander dazusein. So wächst mit dem Weg auch ihr Gottvertrauen und mit der Zeit auch der Glaube an die göttliche Fürsorge.

Wir sind auch dabei einen Weg durch die Krise zu finden. Die ersten Schritte sind dabei meistens die schwersten. Wir sind in ungesichertes Terrain geraten und fahren auf Sicht, aber mit der Zeit wächst auch wieder das Vertrauen, in die eigene Kraft, in die Erfahrung der Experten und in die Verlässlichkeit Gottes. Es gibt Rückschläge, aber es gibt auch Ruhepausen und Oasen in der Wüste. Die Dunkelheit bedroht uns, aber über uns leuchten doch die Sterne.

Oft ist es so, dass sich eine Lösung anbahnt, wenn wir am wenigsten damit rechnen, oder dass wir Hilfe finden, wo wir keine für möglich gehalten hätten. Die Wende ist dann wenn sie geschieht, nicht allein das Ergebnis menschlicher Anstrengungen sondern ebenso sehr ein Ereignis wunderbarer Fügung.

In der dunkelsten Stunde strahlt das Licht am hellsten. Von diesem Licht, von diesem Hoffnungsschimmer erzählt die Weihnachtsgeschichte. In der Nacht wird die Hoffnung auf Erlösung von neuem geboren.

Im Nachhinein ist es gar nicht so leicht zu sagen, woher denn die Kraft zu einem Neuanfang gekommen ist und warum man festen Boden unter den Füßen spürt und daran glaubt, dass man etwas erreichen und bewältigen kann. Es mag diesem Moment der Hoffnung schon vieles vorausgegangen sein. Unsere Hoffnung nährt sich ja nicht nur durch eine einzelnen Begebenheit, meistens sind es viele kleine, die sich summieren und irgendwann den Ausschlag geben. Im Verborgenen wächst vieles unerkannt heran, bis uns dann deutlich vor Augen kommt, und die Hoffnung wieder einen Grund findet.

Die Weihnachtsgeschichte setzt all ihre Hoffnung auf ein neugeborenes Kind. Es ändert nichts an den äußeren Umständen, an der Krise und an der Nacht, aber es hilft uns die Welt mit anderen Augen zu sehen, vertrauensvoller, so wie Kinder sich der Fürsorge ihrer Eltern gewiss sind. Ein neugeborenes Kind zeigt uns, dass alles gut werden kann und dass auch wir noch einmal von vorne anfangen können, zu glauben, zu hoffen und zu lieben.

Das Geschenk neues Lebens zeigt, wie Gott Wege findet, wo wir uns fürchten und resignieren. Die Engel wollen uns mit der Angst auch die Furcht nehmen und geben unserer Hoffnung Nahrung. Ja so fängt das Leben an, ob es genehm ist oder nicht, ob es gefällt oder nicht, ob wir darauf bauen oder nicht. Gott findet einen Weg und schenkt Leben in Licht und Dunkelheit. Es gibt viele Gründe sich zu fürchten, es gibt aber auch ebenso viele Wege aus der Angst. Mit der Geburt des göttlichen Kindes weckt Gott in uns alles Gute und schenkt uns die Möglichkeit neu zu beginnen, vielleicht einen neuen Weg zu finden. Hoffnung stiftet Neuland, das nun von uns betreten werden wird. Weihnachten ist das Fest der Erneuerung, es erneuert uns und es erneuert unseren Bund mit dem Ewigen, gelobt sei er in Ewigkeit. Amen.

Wer seine Hand an den Pflug legt

Die Corona-Pandemie hält uns schon ganz schön lange in Atem. Vor ungefähr einem Jahr fing alles an, mitten im März, wir waren gerade auf Konfirmandenfreizeit. Dann kam der Shutdown mit einem Schlag. Die Schulen wurden geschlossen, die Gottesdienste abgesagt und Kontaktbeschränkungen erhoben. Das Wort „Shutdown“ kannte ich bis dato noch gar nicht. In den USA stand es für das Herunterfahren öffentlicher Einrichtungen infolge einer Haushaltssperre.

Doch was ein „Shutdown“ bedeutet, das haben wir inzwischen alle erfahren. Vieles von dem, was wir uns vorgenommen hatten, musste abgesagt werden. Pläne wurden über den Haufen geworfen. Es gab nur wenige öffentliche Veranstaltungen und davon waren die meisten nur medial. Private Feierlichkeiten? Pustekuchen! Es war wie es in einem Lied der Band Silbermond heißt „ein anderer Sommer“, unter anderen Vorzeichen und unter anderen Bedingungen. Das Leben, wie wir es kannten, war stillgelegt und auch unsere Hoffnungen auf ein baldiges Ende dieser Krise erwiesen sich als falsch. So sehr wir noch im Sommer darauf gehofft hatten, dass es nun wieder aufwärts gehen würde, so sehr haben wir uns in dieser Einschätzung getäuscht.

Im Sommer glaubten wir aufatmen zu können und die Krise im Griff zu haben, doch nach den Ferien nahm die Pandemie einen neuen Anlauf und bekam stattdessen unser öffentliches Leben wieder stärker in den Griff. Es wurde Weihnachten, aber es war kein Weihnachten wie sonst. Es wurde still um Weihnachten, wirklich eine „stille Nacht“. Der neuerliche Lockdown, um einmal das andere Wort synonym zu gebrauchen, führt uns an die Grenzen unserer Belastbarkeit. Psychisch, aber auch wirtschaftlich bedroht die Pandemie unsere Gesundheit und unsere Existenz in immer weniger auszuhaltender Weise. Viele fragen sich, wie lange das noch so gehen soll und wie lange wir das noch aushalten können.

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Genug verzichtet – Fasten in der Krise

Vorschau in neuem Tab

In der Zeit vor Ostern ist fasten angesagt. Die traditionelle Fastenzeit im Christentum erstreckt sich von Aschermittwoch bis Karsamstag, bis Anfang April. Die Sonntage werden dabei nicht mitgezählt.

Laut Umfrage der Krankenkasse DAK Gesundheit verzichteten 64 Prozent der Deutschen für mehrere Wochen gezielt auf ein bestimmtes Genussmittel oder auf Konsumgüter. Schon vor der Fastenzeit gaben mit 73 Prozent fast drei Viertel an, in diesem Jahr auf Alkohol verzichten zu wollen. Gerne wird auch auf Süßigkeiten verzichtet. 68 Prozent wollen in dieser Fastenzeit keine Süßigkeiten essen, auf Fleisch will sogar fast jeder Zweite verzichten. Dagegen ist die Bereitschaft auf das Smartphone oder das Internet zu verzichten gesunken. Im Hinblick auf die Corona-Pandemie ist es sicher verständlich, dass man sich der einzig verbliebenen Kontaktmöglichkeiten nicht berauben möchte. Viele wolle auch während der Fastenzeit das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren.

Worauf werden Sie liebe Leserin, lieber Leser in dieser Fastenzeit verzichten? Auf Schokolade oder Alkohol? Auf zu viel Autofahren oder Internetkonsum? Oder geht es Ihnen wie vielen im Moment, dass sie angesichts der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen genug haben von Verzicht und Entsagung?

„Ich faste und verzichte seit Monaten auf Kontakte, Geselligkeit, Gemeinschaft. In der Isolation jetzt auch noch auf das Stück Kuchen oder ein Schnitzel zu verzichten, auf gar keinen Fall! Das kommt nicht in Frage.“, Mit diesen Worten spricht eine interviewte Dame vielen Menschen aus dem Herzen.

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Seid geduldig in Trübsal

Noch immer dauert die Corona-Pandemie an. Unsere Geduld wird auf eine harte Probe gestellt. Es gibt vielleicht schlimmere Probleme, aber es nervt trotzdem: Homeoffice, immer zuhause bleiben zu müssen, kaum Menschen zu begegnen, keine Sportveranstaltungen und kein Gesang in der Kirche. Das Coronavirus beschäftigt uns schon ein Jahr lang und immer wieder sagen uns unsere Politikerinnen und Politiker, dass wir Geduld haben sollen. Geduldig sollen wir auf einen Impftermin warten und genauso geduldig den wieder verschärften Lockdown einhalten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bat vor Kurzem um Geduld und genauso der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Er sagte in einem Interview: „Ich würde meine Enkel auch so gern mal wiedersehen. Aber ich kann nur um Geduld bitten.“

Das sind wir, glaube ich, so nicht gewohnt, zur Geduld aufgefordert zu werden und geduldig zu sein. Normalerweise soll es bei uns im Alltag und im Beruf schnell gehen. Am besten ist, immer sofort. Und gerade auch die Digitalisierung, die uns vielleicht über die Krise hinweghelfen soll, sorgt für weitere Beschleunigung. Wir versuchen durch Multitasking Zeit einzusparen, wir nutzen Speed-Dating um den richtigen Partner/in zu finden, alles soll möglichst schnell gehen. Doch statt dadurch mehr Zeit zu haben, werden wir immer unzufriedener und reihen Termin an Termin. Und da man nicht alle Möglichkeiten wahrnehmen kann, hat man trotzdem das Gefühl, etwas verpasst zu haben.

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Hochzeit zu Corona

Hochzeit zu Kana

In seinem Evangelium berichtet der Evangelist Johannes von einer Hochzeit zu der auch Jesus eingeladen war. (Johannesevangelium 2,1-11) Es war bestimmt ein fröhliches Fest mit erlesenen Köstlichkeiten und gutem Wein, Musik und Tanz. Doch als das Fest in vollem Gange war, ging der Wein aus. Maria, die Mutter Jesu, bemerkte es als Erste. Eine für alle peinliche Situation, und das womögliche Ende einer schönen Hochzeitsfeier. Doch Maria bat ihren Sohn Jesus zu helfen: „Sie haben keinen Wein mehr!,“ sagte sie zu ihm. Doch Jesus reagierte reserviert: „Was geht das mich an?“

Doch Maria ließ nicht locker und wies die Dienerschaft an, genau zu befolgen, was Jesus ihnen auftrüge. Und es dauerte gar nicht so lange bis Jesus die Wasserkrüge neu auffüllen ließ, und bald darauf ein Wunder geschah. Wie durch Zauberhand verwandelte sich das Wasser alsbald in Wein und sogar in besonders guten Wein. Das Fest konnte jetzt sorgenfrei weitergehen. Ein wunderbares Hochzeitsgeschenk, das uns bis heute in guter Erinnerung geblieben ist.

Wenn ich heute über diesen Text aus dem Johannesevangelium nachdenke, fällt mir ein, wie schwer wir es heute mit unbefangenem feiern haben. Feste sind nicht nur selten geworden, sondern sie sind auch verboten. In den Zeiten der Corona-Pandemie gelten Feste und Feiern als Hotspots für mögliche Infektionen. Und durch die auferlegten physischen Kontaktbeschränkungen machen Feste auch wenig Sinn. Es gibt keine Partys mehr und wenn überhaupt dann konnte wie zuletzt an Silvester nur im kleinen Kreis der Familie „gefeiert“ werden. Das ist schon nicht leicht für ältere Menschen diesmal keinen besonderen runden Geburtstag mit dem Bekannten- und Freundeskreis feiern zu können, doch für junge Menschen ist es ein einschneidendes Erlebnis, das es so noch nie gab. Von den jungen Menschen verlangen wir im Augenblick, dass sie lernen und fleißig sind, aber es fehlt der Ausgleich dazu, der Spaß und die Freude am Leben.

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Zum Neuen Jahr

Was ich Dir wünsche?
Vielleicht ein wenig Gelassenheit,
wenn du auf die Zahlen blickst
und die Nachrichten hörst.
Was an Dir liegt,
kannst du tun,
alles andere
liegt nicht in deiner Hand.

Vielleicht brauchst Du jetzt mehr Mut,
Dinge anzugehen, auszuprobieren,
anzufangen oder zu lassen.
Lass dich aber nicht von deiner Angst leiten,
sondern von deinem Vertrauen,
in Gott und die Menschen.
Deine Angst lähmt Dich,
sie macht Dich klein.
Wenn Du Dir ein Herz fasst,

wenn Du Dich ermutigen lässt,
bekommst du Flügel, Zeit und Raum.

Jetzt bist du unsicher und überlegst,
wie es weiter geht, wohin?
Du hast Pläne, und willst sie verfolgen,
nur drängen sollen sie Dich nicht.
Du hast Zeit. Dein Ziel wartet auf Dich.

Lass Dich leiten, aber nicht von
Ehrgeiz und Eitelkeiten,
sie sind vergänglich,
sondern von den Sternen,
die über Dir leuchten;
Von deinem Herzen, das im Rhythmus
des Lebens schlägt.


Lass Dich leiten, auf ewigen Wegen,
von Gottes Güte,
jeden Morgen, jeden Tag und jede Nacht,
von Anfang an bis zum Schluss.

Ein anderes Jahr

Hätten Sie zu Beginn des Jahres gedacht, was im Jahr 2020 auf uns zukommt? Alles begann zunächst ganz normal und harmlos. Das Corona-Virus war noch eine kleine „Erkältung“. Wir waren voller Hoffnung und hatten uns einiges für dieses Jahr vorgenommen. Doch es kam alles anders. Das Corona-Virus verbreitete sich binnen weniger Wochen über die ganze Welt und forderte weit über eine Million Menschenleben. Die Wirtschaft kam zeitweise nahezu vollständig zum Erliegen, soziale Kontakte mussten auf ein Minimum beschränkt werden und auch unser kulturelles und kirchliches Leben blieb von den Pandemie-Folgen nicht verschont.

Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel wandte sich direkt an alle Bürgerinnen und Bürger und mahnte schon im März eindringlich: „Unsere Vorstellung von Normalität, von öffentlichem Leben, von sozialem Miteinander – all das wird auf die Probe gestellt wie nie zuvor. Millionen können nicht zur Arbeit, die Kinder nicht in die Schule oder in die Kita, Theater, Kinos und Geschäfte sind geschlossen, und was vielleicht das Schwerste ist, uns allen fehlen die Begegnungen, die sonst selbstverständlich sind. Natürlich ist jeder von uns in solcher einer Situation voller Fragen und voller Sorgen, wie es weitergeht.“

Angela Merkel, 18. März 2020

Wenn wir heute zurückblicken, dann hat sich leider noch gar nicht so viel geändert. Wir blicken immer noch mit Sorgen nach vorne, und fragen uns, wie es weitergehen wird. Ob die Krise eingedämmt werden kann, oder der erneute Lockdown etwas bringt, ob die erforschten Impfstoffe endlich eine Wendung bringen, und unser Leben wieder in einigermaßen verlässlichen und normalen Bahnen verlaufen kann. Wir schauen mit Hoffnung nach vorne in ein neues Jahr. Wer es bis hierher geschafft hat, wen Gott bis hier her gebracht hat, den wird er auch weiterhin führen und leiten.

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Weihnachtsgottesdienste absagen ? !

An Weihnachten gehen viele Menschen gerne in die Kirche. Besonders die Krippenspiele der Kinder sind sehr beliebt, am späten Abend besuchen auch viele die Christmette mit ihrer stimmungsvollen Atmosphäre.

Leider sind inzwischen viele dieser Gottesdienste von unseren Kirchen abgesagt worden. Sie drohten die Infektionszahlen weiter zu erhöhen. Deswegen haben sich viele Kirchengemeinden entschieden ihre Gottesdienste nicht zu veranstalten.

Auch wir haben uns in diesem Jahr dazu entschieden. Ursprünglich hatten wir Krippenspiele vorgesehen, die im Pfarrhof bzw. in einer Hofreite in Gemünden veranstaltet werden sollten. Doch das Gesundheitsamt des Kreises hat die szenische Interaktion eines Krippenspiels verboten. Gleichzeitig erhöhten sich die Infektionszahlen immer mehr, so dass wir uns entschlossen haben, die Gottesdienste über die Weihnachtszeit hinaus bis in den Januar hinein, auszusetzen.

Unsere Regierungen haben sich trotz des harten Lockdowns dazu entschieden, die Kirchen nicht zu schließen. Auch unsere Kirchen haben kein generelles Verbot ausgesprochen und es den Kirchenvorständen überlassen vor Ort zu entscheiden.

Mit Abstandsregeln und Hygienekonzepten soll zumindest einigen wenigen Menschen an Weihnachten der Kirchenbesuch ermöglicht werden. Doch darüber wurde in und auch außerhalb der Kirchen eifrig diskutiert.

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Weihnachten mit Abstand!

Weihnachtliches Usingen

Was feiern wir, wenn wir Weihnachten feiern? Normalerweise würden wir als Familie feiern: Erst im Gottesdienst O du fröhliche singen, dann vielleicht mit den Kindern, die Lichter am Tannenbaum anzünden, bescheren und die Geschenke auspacken und danach zusammen essen. Einen schönen Abend miteinander verbringen, Geschichten erzählen und manche Erinnerungen aufleben lassen. Gedanken an frühere Weihnachten, als die Kinder noch klein waren, als wir selbst noch Kinder waren. Als wir in den Tag hineinleben konnten und spielen konnten, ohne Sorgen und ohne Verantwortung.

Aber in diesem Jahr ist alles ein wenig anders. Die Sorge um unsere Gesundheit steht diesmal im Mittelpunkt. Gebannt blicken wir auf die immer noch zu hohe Infektionsrate. Zahlen beherrschen unser Leben und die Angst sich anzustecken verhindert Nähe. Viele Menschen fühlen sich einsamer als sonst und vermissen menschliche Wärme. Menschliche Wärme, die wir uns doch gerade von Weihnachten erhoffen. Steht nicht dafür auch die Krippe und der Stall. Für Wärme und Geborgenheit? Im Angesicht von Kälte und Dunkelheit?

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Dein Wort ganz nahe

In diesen Zeiten suchen wir verstärkt nach Orientierung. Vielleicht geht es ihnen auch so wie mir. Die Zahlen der mit dem Corona-Virus infizierten Menschen, die täglich veröffentlicht werden, geben immer wieder Anlass zur Sorge. Mal sinken sie und mal steigen sie. Im Moment steigen sie. Und dann stellt sich die Frage, was wir tun können, damit wir von einer Infektion verschont bleiben. Wir halten schon Abstand und tragen Masken, auch wenn es uns schwer fällt, und die Einschränkungen uns zu schaffen machen.

In Frankfurt soll man jetzt auch draußen beim Einkaufen auf der Zeil Masken tragen, Feiern im privaten Kreis sollen nur noch mit 10 Teilnehmerinnen erlaubt werden, in einer Gastwirtschaft allerdings noch mit 25 Personen. Man mag nun darüber streiten, was gerade angemessen ist, was einerseits unseren gewohnten Lebensstil nicht so sehr einschränkt, aber auch andererseits dazu hilft die Infektionsgefahren zu vermeiden. Woran sollen wir uns orientieren, frage ich mich wie so viele andere Menschen auch? Am Robert Koch Institut? Das ist im Moment, glaube ich die erste Adresse, wenn es darum geht, uns allen Handlungsmaßstäben an die Hand zu geben, die uns hoffentlich sicher durch diese Krise zu führen. Unsere Politikerinnen und Politiker entscheiden auf dieser Grundlage, und beraten sich immer wieder von neuem. Doch leider gelangen sie nicht mehr zu einer einheitlichen Lösung für ganz Deutschland. Inzwischen gehen die Bundesländer eigene Wege, und tragen damit zur allgemeinen Verunsicherung bei, auch wenn sie das nicht beabsichtigen.

Wir sind auf der Suche nach Orientierung, was wir bekommen sind allerdings eigentlich nur Orientierungshilfen, auch wenn sie als Regeln und Gesetze offiziell und mit Bußgeldern belegt daherkommen. Entscheiden, wie wir uns verhalten wollen, müssen wir letztlich selbst. Jede und Jeder einzelne von uns. Und genauso verhalten sich die Menschen ja auch. Die einen lassen es locker angehen, was kann mir schon passieren und wir leben nur einmal, und die anderen, achten streng darauf Masken zu tragen, und monieren, wenn andere das nicht verlässlich tun. Die einen umarmen sich und feiern miteinander, und die anderen achten peinlich genau auf einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern.

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