Kategorie: Allgemein

Wir haben die ganze Nacht gearbeitet

„Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen.“

Lukas 5,4

Lohnt sich die Arbeit

Der Evangelist Lukas kommt auf eine Erfahrung zu sprechen, die wir glaube ich alle schon einmal gemacht haben. Es ist der Zweifel, der sich im Laufe des Lebens immer wieder einstellt, ob das, was wir tun sich lohnt. Lohnt sich das Lernen in der Schule, zahlt sich meine Arbeit aus, führen die Wege, auf denen ich jeden Tag unterwegs bin zu einem verheißungsvollen Ziel, oder ist vieles umsonst, vergebene Liebesmüh?

Etwas vorweisen können

Ich weiß nicht, wie es ihnen damit geht. Ich denke nicht jeden Tag darüber nach, ob die Arbeit, die ich tue, sich am Ende auszahlt und ob es ein Ergebnis gibt, das sich vorweisen lässt und uns alle zufriedenstellt. Oft beneide ich, Menschen, die etwas mit ihren Händen erarbeiten und zum Beispiel Häuser bauen oder Gärten gestalten, da sieht man dann wirklich etwas nach getaner Arbeit, da stehen dann vielleicht Häuserwände, und man sieht wie ein Stein auf einen anderen gebaut ist, und in meinem Garten sehe ich, wie hoch der Apfelbaum in diesem Jahr gewachsen ist. Es sind Zeichen dafür, dass die Arbeit also nicht umsonst war. Ich habe dann vor Augen, was ich geleistet habe, vielleicht auch mit anderen zusammen, und kann wohl auch ein wenig stolz auf mich sein. Ich glaube, wir brauchen dieses Gefühl. Nicht um sich selbst zu beweihräuchern, wie toll und unvergleichlich das ist, was wir da getan haben, sondern weil wir etwas gegeben haben, in der Hoffnung dafür auch etwas zurückzubekommen, nach all der körperlichen und geistigen Anstrengung. Es ist die Befriedigung darüber etwas geschafft zu haben, die uns über den Augenblick hinaus mit uns und der Welt versöhnt.

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Alle guten Dinge sind drei

Was heißt Trinitatis?

Der Sonntag nach Pfingsten heißt Trinitatis. Ich nehme an, dass Sie dieses Wort schon einmal gehört haben. Es begegnet uns im Kirchenjahr ziemlich oft. Den ganzen Sommer über und bis in den Spätherbst hinein, zählen wir die Sonntage nach Trinitatis. Vom ersten Sonntag nach Trinitatis bis zum letzten Sonntag nach Trinitatis, Es sind über 20 Sonntage, die mit dem lateinischen Namen Trinitatis bezeichnet werden. Das ist doch paradox, obwohl so viele Sonntage diesen Namen tragen, wissen doch viele jedenfalls mit dem Namen gar nichts anzufangen. Wenn man sich umhört, antworten manche, dass es irgendetwas mit der zahl drei zu tun haben müsse, andere erinnern sich an den englischen Frauenname Trinity. Es gibt auch katholische Kirchengemeinden, die sich z. B. Propsteigemeinde St. Trinitatis nennen. Das Wort kommt also häufig vor, auch wenn die wenigsten wissen, was es bedeutet. Die Bedeutung des Wortes Trinitatis lässt sich leicht erklären. Es bedeutet so viel wie Dreieinigkeit oder auch Dreifaltigkeit und weist in unserer Kirche auf die Gemeinschaft von Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist hin. Offensichtlich hatten die Menschen vergangener Jahrhunderte das Gefühl man müsse diese Gemeinschaft stärker herausstellen und deshalb auch mit einem eigenen Festtag begehen, so wie die Geburt Jesu an Weihnachten oder die Auferstehung Jesu an Ostern.

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Beten und Bitten

Fünfter Sonntag nach Ostern – Rogate

Spruch der Woche – Psalm 66,20

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

Kommt herzu, lass uns dem Herrn frohlocken
und jauchzen dem Hort unsres Heils!
Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen
und mit Psalmen ihm jauchzen!
Denn der Herr ist ein großer Gott
und ein großer König über alle Götter.
Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde,
und die Höhen der Berge sind auch sein.
Denn sein ist das Meer, und er hat’s gemacht,
und seine Hände haben das Trockene bereitet.
Kommt, lasst uns anbeten und knien
und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat.
Denn er ist unser Gott und wir sind das Volk
seiner Weide und Schafe seiner Hand.

Psalm 95

Bitten und Beten

Am fünften Sonntag nach Ostern mit dem Namen „Rogate“ geht es ums Bitten und Beten. Der Sonntag lädt ein, sich singend und betend an Gott zu wenden in der Hoffnung, dass Gott auf uns sieht und uns hört. So heißt es in dem Spruch für diese Woche zuversichtlich: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet. (Psalm 66,20).

Eine Anweisung, wie wir beten sollen und dies mit dem abschließenden Amen bekräftigen können, stammt von Martin Luther. In seiner Schrift „Eine schlichte Weise zu beten, für einen guten Freund“ von 1535 schreibt er eindrücklich:

Eine schlichte Weise zu beten

Zuletzt bedenke, dass du das Amen jederzeit stark machen und nicht zweifeln sollst, dass Gott dir gewiss mit aller Gnade zuhört und Ja sagt zu deinem Gebet; und bedenke ja auch, dass du nicht alleine da kniest oder stehst, sondern die ganze Christenheit, alle frommen Christen bei dir und du unter ihnen in einmütigem, einträchtigen Gebet, welches Gott nicht verachten kann. Und lass nicht ab vom Gebet, bis du gesagt oder gedacht hast: Wohlan dies Gebet ist bei Gott erhört, das weiß ich gewiss und fürwahr. Das heißt: Amen.

Im Gebet bringen wir alles vor Gott

Im Gebet bringen wir all das vor Gott, was uns bewegt, was uns ängstigt, hoffen lässt oder froh macht. Wir bitten, klagen, loben und danken im Angesicht Gottes und erleben uns dabei als angewiesene und beschenkte Menschen. Unser Gebet lebt von der Hoffnung, dass es jemand hört, dass es im Raum steht und etwas bewegt. Im Beten verleihen wir unserer Hoffnung Sprache, und unsere Sprache macht uns Hoffnung. Vieles können wir nicht verändern, doch indem wir beten verändern wir uns selbst. Ein erhörtes Gebet ist wie eine Last, die von uns abfällt, wie die Ruhe nach einem Sturm innerer Unruhe, wie das Aufatmen, nach einer anstrengenden Wanderung. Oft sind unsere Gebete unadressiert und unbestimmt, unsere Herzensbitten und Stoßseufzer, ausgesprochen und manchmal auch stumm. Wir müssen leider auch erleben, dass unsere Gebete nicht so erhört werden, wie wir uns das vielleicht gewünscht hätten. Wenn sich Hoffnungen nicht erfüllen und die Wiederholung unserer Stoßseufzer nicht weiterführen. Doch auch da, wo augenscheinlich alles vergeblich erscheint, legt uns die Bibel den Glauben nahe, nicht aufzugeben und entschlossen zu bleiben: geduldig in Trübsal, fröhlich in Hoffnung und beharrlich im Gebet.

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Jubilate Deo

Jauchzet dem Herren alle Welt.

Jauchzet Gott, alle Lande!
Lobsingt zur Ehre seines Namens;
rühmet ihn herrlich!
Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!
Deine Feinde müssen sich beugen
vor deiner großen Macht.
Alles Land bete dich an und lobsinge dir,
lobsinge deinem Namen.
Kommt her und sehet an die Werke Gottes,
der so wunderbar ist
in seinem Tun an den Menschenkindern.
Er verwandelte das Meer in trockenes Land,
sie gingen zu Fuß durch den Strom;
dort wollen wir uns seiner freuen.
Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich,
seine Augen schauen auf die Völker.
Die Abtrünnigen können sich nicht erheben.
Lobet, ihr Völker, unsern Gott,
lasst seinen Ruhm weit erschallen,
der unsere Seelen am Leben erhält
und lässt unsere Füße nicht gleiten.

Einstimmen in das Lob Gottes

Am dritten Sonntag nach Ostern werden wir eingestimmt in das Lob Gottes. Psalm 66 gibt heute den Ton an. „Jauchzet Gott, alle Lande,“ heißt es, und weiter „Lobsingt zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich.“

Das Lob dieses Sonntages gebührt Gott, und wenn wir genau darauf achten, seinen Werken und seiner Schöpfung. „Wie wunderbar sind deine Werke“ rühmt ein Psalmbeter. „Wie wunderbar sind deiner Hände Werk.“ Im Frühling ist es leicht in dieses Lob miteinzustimmen, wenn alles grünt und blüht und die Sonne scheint. Es ist ein Anblick, der unser Herz beschwingt und unsere Seele vielleicht ein wenig hüpfen lässt. Doch nicht allein die duftende und vielfarbige Natur lädt uns zum Jubilieren ein, es sind auch die vielen kleinen und großen Dinge, die uns aufatmen lassen und uns an Gottes Walten und Weben erinnern: Dass die Erde besteht und wir morgens aufstehen können, dass wir gesund sind oder wenn wir krank sind auch Hilfe finden können, dass alles seine Ordnung hat, auch wenn sie manchmal einengt. Wenn wir Gott loben, bringen wir zum Ausdruck, dass es schön ist zu leben, und wir zeigen uns dankbar, dass Gott es uns ermöglicht ebenso frei wie behütet, das Leben aus seiner Hand zu nehmen.

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Die Chance in der Krise

Das Erdbeben von Lissabon

Das Erdbeben von Lissabon im Jahre 1755 brachte viele Glaubensvorstellungen durcheinander. Der Glaube an einen guten Gott, der die beste aller Welten erschaffen habe, geriet in Schwierigkeiten. Denn in der besten aller Welten dürften eigentlich keine Naturkatastrophen vorkommen und Menschen dadurch zu Tode kommen.

Die Pandemie ist auch eine Naturkatastrophe

Die Corona-Pandemie ist auch eine Art Naturkatastrophe, die unser modernes Weltbild gehörig durcheinander wirbelt. Wir spüren einmal mehr, dass wir die Welt und das Leben nicht im Griff haben. Im Gegenteil, wir erleben wie verletzlich wir sind und die Welt, die wir nach unseren eigenen Maßstäben aufgebaut haben. Wir glauben, dass sich durch Technik und immer bessere Technik alle Probleme lösen lassen werden, und dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir auch diese Krise gelöst haben werden.

Wir sind Geschöpfe der Natur

Doch wir sind Geschöpfe der Natur auch wenn wir technikaffin unsere Smartphones mehr lieben als vielleicht unsere Mitgeschöpfe die Tiere und Pflanzen. Wir sind verletzliche Menschen, und die Corona-Krise führt uns vor Augen, dass wir auch durch sie sterben können. Ich halte es deshalb für besonders wichtig, dass wir uns als Teil der geschöpflichen Welt ansehen, und uns nicht als Krone der Schöpfung beweihräuchern. Die jetzt immer wieder geforderte Rückkehr zur Normalität, darf nicht dazu führen, dass wir weiter so wie bisher die Natur ausbeuten und für unsere Kinder und Enkelkinder nichts mehr übriglassen.

Die Chance in der Krise

In jeder Krise steckt immer auch eine Chance und in jedem Schlimmen, gibt es auch Ansätze, die Hoffnung keimen lassen können. Die entscheidende Frage dabei ist, in welcher Welt wollen wir leben und wie könnte unser Leben aussehen, wenn wir nicht ständigen Produktivitätssteigerung nachjagen müssen und mit anderen konkurrierten, um stetiges beschleunigtes Wachstum zu erreichen? Die durch die Korona-Krise bewirkte Entschleunigung könnte uns zum Innenhalten anleiten und zu einer Atempause für unser Leben werden. Dann könnte auch eine Krise Gutes bewirken.

Darf man vor dem Sterben fliehen?

Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen

Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen.
Wer ist, der uns Hilfe bringt, dass wir Gnad erlangen?
Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missetat,
die dich, Herr, erzürnet hat.
Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland,
du ewiger Gott: Lass uns nicht versinken in des bittern Todes Not. Kyrieleison.

Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen.
Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen?
Das tust du, Herr, alleine.
Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Klag und großes Leid.
Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott,
heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott:
Lass uns nicht verzagen vor der tiefen Hölle Glut. Kyrieleison.

Mitten in der Hölle Angst unsre Sünd’ uns treiben.
Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben?
Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut,
das g’nug für die Sünde tut. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott:
Lass uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison.

Martin Luther 1524

Leben in Zeiten der Pest

In Krisenzeiten versuchen wir uns zu orientieren und fragen uns, wie es weitergehen wird. Solche Zeiten gab es schon immer im Laufe der Menschheitsgeschichte. Zu Beginn der Neuzeit wütete in Deutschland die Pest. Wo sie auftrat, tötete sie unzählige Menschen. Man begegnete dem Tod auf Schritt und Tritt. Die Angst vor dem jähen Tod, der nicht einmal erlaubte, seine Sünden zu bereuen, machte den Menschen zu schaffen. Die Angst vor dem Tod „mors subita“ ergriff alle Gesellschaftsschichten, so heißt es von Kaiser Maximilian I., er habe in den letzten sieben Jahren seines Lebens auf seinen Reisen stets einen Sarg mitführen lassen. Wer auf Reisen ging, der fragte in seinen Briefen an die Daheimgebliebenen, wer seit seiner Abreise verstorben sei. Es ist solch ein Lebensgefühl das Martin Luther in seinem Lied: „Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen,“ eindringlich und glaubhaft beschrieben hat. Gevatter Tod war allgegenwärtig und keiner schien ihm Einhalt gebieten zu können.

Im Laufe seines Lebens begegnete Martin Luther immer wieder der Pest. Als sie im Jahre 1527 in Wittenberg wütete, wurde die dortige Universität, an der Luther lehrte, nach Jena evakuiert. Doch Luther blieb als einziges Mitglied des Lehrkörpers, zusammen mit Bugenhagen, dem Stadtpfarrer in Wittenberg. Er blieb auch, nachdem der Kurfürst ihn ausdrücklich aufgefordert hatte, der Universität zu folgen, weil sie seinen Rat nicht entbehren könne. Luther ließ sich aber nicht abhalten und pflegte auch weiterhin den Umgang mit Kranken und Sterbenden. In einem Brief an seinen Freund Spalatin schrieb er über jene Zeit:

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Beten in schweren Zeiten

Psalm 91 (aus der Bibel)

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
der spricht zu dem Herrn:
Meine Zuversicht und meine Burg,
mein Gott, auf den ich hoffe.
Denn er errettet dich vom Strick des Jägers
und von der verderblichen Pest.
Er wird dich mit seinen Fittichen decken,
und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.
Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,
dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht,
vor dem Pfeil, der des Tages fliegt,
vor der Pest, die im Finstern schleicht,
vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.
Denn der Herr ist deine Zuversicht,
der Höchste ist deine Zuflucht.
Es wird dir kein Übel begegnen,
und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.
Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.

Psalm 91

Ein Handel mit Gott

Es ist ein uralter menschlicher Reflex. Wenn wir uns einer übermächtigen Gefahr oder einem übermächtigen Gegner gegenüber sehen, versuchen wir zu verhandeln. Oft wird mit Gott gehandelt und manchmal mit dem Tod. Im Alten Testament verhandelt Abraham mit Gott um den Untergang von Sodom und Gomorra zu verhindern. (1. Mose 18,16ff.) Doch welche Argumente hat Abraham? Die Verhandlungspartner einigen sich schließlich nach langen Verhandlungsrunden. Wenn sich zehn Gerechte in Sodom und Gomarra finden ließen, so würde Gott die Städte nicht untergehen lassen. Leider fanden sich keine zehn, und die Städte gingen wie wir alle wissen unter. Es ist schwierig mit Gott zu handeln, denn was können wir als Gegenleistung anbieten? Ist es nicht immer zu wenig, im Angesicht der Schuld und der Probleme, die wir täglich auf uns laden? Wer mit Gott rechten will, wie es die Bibel nennt, kann wenig in die Waagschale legen, gerade auch deshalb weil wir nicht das tun, was wir uns eigentlich vorgenommen haben und unsere Taten hinter unseren Absichten zurückbleiben. Welche Argumente könnten wir in so einer Verhandlung vorbringen, wie sie einst Abraham geführt hat und auf was könnten wir pochen. Was ist diese Welt wert und warum sollte sie nicht untergehen? In allen diesen Fragen geht es letztlich geht es darum, was unser Leben wert ist und warum es gut ist.

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Anfang eines Ausnahmezustandes

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

2. Tim. 1,7

Schwere Zeiten sind auf uns zugekommen

Liebe Gemeinde, es sind schwere Zeiten auf uns zu gekommen, die unseren Alltag komplett umkrempeln. Mit einem Male wird alles anders und es fühlt sich auch anders an.
Letzte Woche waren wir mit unseren Konfirmanden auf einer Freizeit im Odenwald. Wir haben die Vorstellung der Konfirmanden vorbereitet und waren guter Dinge, etwas Schönes zustande zu bringen. Die Stimmung war gut, und wir konnten uns intensiv mit dem Thema Rassismus beschäftigen. Unser Hauptproblem war das regnerische Wetter dieser Tage, und wir überlegten ob wir unseren Konfirmanden die geplante Stadtrallye zumuten sollten. Wir haben die Konfirmanden schließlich losgeschickt, und es ging auch irgendwie. Einen Tag später, es war mittlerweile Freitag, der 13. überschlugen sich die Nachrichten, die wir genauso wie unsere Konfirmanden meistens auf dem Smartphone verfolgten. Einige schauten sich am Abend vorher noch das Spiel der Eintracht via Internet an, das vor leeren Rängen stattfand und ein wenig gespenstig wirkte. Es war wie ein Auftakt für das, was noch kommen sollte, die Ausgangssperre, die Absage von Gottesdiensten, Restaurantbesuchen und jedwedem geselligen Beisammensein.

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