Kategorie: Kirche

Der Herbst ist da

Es lässt sich nicht leugnen. Der Herbst ist da. Die Blätter fallen und die Tage werden kürzer. Für Kinder ist es eine schöne Zeit, wenn alles so schön bunt wird und der Wind kräftig pustet. Im Kindergarten singen sie in dieser Zeit: „Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da, er bringt uns Wind, hei hussassa!“ Wir haben das früher in unserer Krabbelgruppe gesungen und dann wurden Papierblätter aufgewirbelt und die Kinder durften sie einfangen.

In meiner Kindheit mochte ich den Herbst besonders. Nicht nur weil mein Geburtstag in diese Zeit fiel, sondern auch weil es viel zu ernten gab, und man draußen im Garten Kastanien sammeln konnte. Schön war es auch Drachen steigen zu lassen und den Wind zu spüren. In der morgendlichen Kälte war es endlich soweit, dass ich meine Winterschuhe anziehen durfte und mit ihnen tüchtig durch das Laub gestampft bin. „Hei“ wie das so lustig raschelte und wieviel Spaß es gemacht hat. Das Beste, ich konnte jetzt endlich morgens im Halbdunkeln zur Schule gehen. Das war irgendwie geheimnisvoll und ein bisschen unheimlich, aber auch spannend.

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Leben mit und in Krisen

Krisen kommt immer ungelegen. Man kann sie verdrängen, vermeiden kann man sie nicht. Sie gehören zu unserem Leben – mit all den negativen Gefühlen, die sie begleiten. Krisen fordern uns heraus, sie zeigen an, dass wir etwas ändern müssen, wenn wir unser Leben erhalten wollen. Das Wort „Krise“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Entscheidung“. Es gilt also zu entscheiden, wie es weitergehen soll und auf welchen Wegen wir sicher durch die Krisen kommen wollen. Wir müssen uns darüber klar werden, was uns wirklich wichtig ist und worauf wir nicht verzichten wollen und können.

Diese Fragen sind nicht so leicht zu beantworten. Jede und Jeder von uns wird darauf eine individuelle Antwort finden müssen. Auch in unserer Gesellschaft wird es darüber verschiedene Meinungen und Ansichten geben. Es geht um viel, um Arbeitsplätze, Wohlstand und um unseren je eigenen Lebensstil.

Was in ein paar Jahren sein wird, wissen wir jetzt noch nicht. Sicher ist aber, dass jede Krisen Spuren hinterlässt, die uns mehr oder weniger lang zu schaffen machen werden. Auch wenn sie überwunden werden können, ist nachher manches anders als vorher und das muss auch nicht falsch sein. Vielleicht müssen wir uns von manchen Dingen verabschieden, während sich neue Wege finden lassen. So ist es schon immer gewesen und wird es auch jetzt sein. Das Leben erfindet sich ständig neu.

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Wir haben die ganze Nacht gearbeitet

„Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen.“

Lukas 5,4

Lohnt sich die Arbeit

Der Evangelist Lukas kommt auf eine Erfahrung zu sprechen, die wir glaube ich alle schon einmal gemacht haben. Es ist der Zweifel, der sich im Laufe des Lebens immer wieder einstellt, ob das, was wir tun sich lohnt. Lohnt sich das Lernen in der Schule, zahlt sich meine Arbeit aus, führen die Wege, auf denen ich jeden Tag unterwegs bin zu einem verheißungsvollen Ziel, oder ist vieles umsonst, vergebene Liebesmüh?

Etwas vorweisen können

Ich weiß nicht, wie es ihnen damit geht. Ich denke nicht jeden Tag darüber nach, ob die Arbeit, die ich tue, sich am Ende auszahlt und ob es ein Ergebnis gibt, das sich vorweisen lässt und uns alle zufriedenstellt. Oft beneide ich, Menschen, die etwas mit ihren Händen erarbeiten und zum Beispiel Häuser bauen oder Gärten gestalten, da sieht man dann wirklich etwas nach getaner Arbeit, da stehen dann vielleicht Häuserwände, und man sieht wie ein Stein auf einen anderen gebaut ist, und in meinem Garten sehe ich, wie hoch der Apfelbaum in diesem Jahr gewachsen ist. Es sind Zeichen dafür, dass die Arbeit also nicht umsonst war. Ich habe dann vor Augen, was ich geleistet habe, vielleicht auch mit anderen zusammen, und kann wohl auch ein wenig stolz auf mich sein. Ich glaube, wir brauchen dieses Gefühl. Nicht um sich selbst zu beweihräuchern, wie toll und unvergleichlich das ist, was wir da getan haben, sondern weil wir etwas gegeben haben, in der Hoffnung dafür auch etwas zurückzubekommen, nach all der körperlichen und geistigen Anstrengung. Es ist die Befriedigung darüber etwas geschafft zu haben, die uns über den Augenblick hinaus mit uns und der Welt versöhnt.

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Steh auf und iss!

Steh auf und iss!

Monatsspruch Juli 2020: Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.

1. Könige 19,7

Worte eines Engels

„Steh auf und iss!“ Die Worte des Engels klingen wie ein Befehl und sind doch als Ermunterung gedacht. Mich erinnern sie an Erlebnisse aus der Kindheit, als ich morgens von meiner Mutter geweckt wurde. „Steh endlich auf“, sagte sie dann eindringlich oder auch „Zeit zum Aufstehen, das Frühstück ist fertig.“ Vielleicht haben Sie auch solche Erinnerungen. Der Aufforderung „aufzustehen“ hatten wir dann nachzukommen und das nicht unbedingt freiwillig, denn wir waren ja noch so müde und der Tag hätte auf uns sicher noch eine Stunde länger warten können. So unangenehm es damals gewesen sein mag, so tröstlich wirkt es doch heute auf mich, dass jemand da war, der mich geweckt hat und sich gekümmert hat. Als Erwachsene müssen wir uns selbst wecken, das Frühstück zubereiten und dann noch die Kinder daran erinnern, rechtzeitig aufzustehen.

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Alle guten Dinge sind drei

Was heißt Trinitatis?

Der Sonntag nach Pfingsten heißt Trinitatis. Ich nehme an, dass Sie dieses Wort schon einmal gehört haben. Es begegnet uns im Kirchenjahr ziemlich oft. Den ganzen Sommer über und bis in den Spätherbst hinein, zählen wir die Sonntage nach Trinitatis. Vom ersten Sonntag nach Trinitatis bis zum letzten Sonntag nach Trinitatis, Es sind über 20 Sonntage, die mit dem lateinischen Namen Trinitatis bezeichnet werden. Das ist doch paradox, obwohl so viele Sonntage diesen Namen tragen, wissen doch viele jedenfalls mit dem Namen gar nichts anzufangen. Wenn man sich umhört, antworten manche, dass es irgendetwas mit der zahl drei zu tun haben müsse, andere erinnern sich an den englischen Frauenname Trinity. Es gibt auch katholische Kirchengemeinden, die sich z. B. Propsteigemeinde St. Trinitatis nennen. Das Wort kommt also häufig vor, auch wenn die wenigsten wissen, was es bedeutet. Die Bedeutung des Wortes Trinitatis lässt sich leicht erklären. Es bedeutet so viel wie Dreieinigkeit oder auch Dreifaltigkeit und weist in unserer Kirche auf die Gemeinschaft von Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist hin. Offensichtlich hatten die Menschen vergangener Jahrhunderte das Gefühl man müsse diese Gemeinschaft stärker herausstellen und deshalb auch mit einem eigenen Festtag begehen, so wie die Geburt Jesu an Weihnachten oder die Auferstehung Jesu an Ostern.

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Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes

Wir hören aus der Apostelgeschichte wie es überall braust, weht und atmet, wie die heilige Geisteskraft Menschen anrührt und beschwingt. Doch mit dem Geist ist es so eine Sache. Er ist für uns unsichtbar und wir können ihn nicht greifen. Auch den Wind sehen wir nicht, erst wenn er ums Haus herum heult, können wir ihn hören und wenn er die Bäume bewegt und die Blätter rascheln, können wir ihn sehen. So ähnlich ist es auch mit dem Heiligen Geist. Er hat keine äußerliche Gestalt, die sich festmachen ließe, und er ist auch kein Gespenst, das nur schattenhaft in der Nacht zuhause ist, viel mehr als das ist er wie ein verbindendes und einendes Moment, das Menschen zusammenführt und bewegt, anregt etwas zu beginnen und zu neuen Dingen ermutigt. Er hilft dabei Mut zu schöpfen und Ängste zu überwinden, aufzuatmen und Räume zu öffnen. Insofern ist die Geisteskraft auch so etwas wie eine Türöffnerin, die Licht und Luft ins Haus lässt und den Weg nach draußen frei gibt.

Aufatmen – leicht gesagt

Ich weiß, im Moment ist das mit dem Aufatmen leicht gesagt, und deshalb möchte ich auch nicht das Brausen und Sausen des Heiligen Geistes über die Gebühr beschwören, wo uns doch das Atmen, mit den Schutzmasken vielleicht schwer fällt oder mindestens unangenehm ist. Doch frischer Wind, wie er an Pfingsten einst verhießen wurde, würde auch uns heute guttun. Luft zum Atmen, die uns gesund macht und erquickt, ist daher gewiss zu Pfingsten eine Bitte, die naheliegt und unsere Sorgen und Wünsche einschließt. Auch der Wunsch sich nicht mehr mit Masken schützen zu müssen und wieder unbefangen nach draußen gehen zu können, knüpft an den Erfahrungen von einst an, an das Brausen das, das ganze Hause erfüllte und die Menschen wieder hervor lockte, wo sie sich vorher ängstlich verbargen.

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Rufe mich an in der Not

Sechster Sonntag nach Ostern – Exaudi

Der Herr ist mein Licht und mein Heil;
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist meines Lebens Kraft;
vor wem sollte mir grauen?
Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe;
sei mir gnädig und antworte mir!
Mein Herz hält dir vor dein Wort:
Ihr sollt mein Antlitz suchen.
Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz.
Verbirg dein Antlitz nicht vor mir,
verstoße nicht im Zorn deinen Knecht!
Denn du bist meine Hilfe, verlass mich nicht
und tu die Hand nicht von mir ab,
du Gott meines Heils!
Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich,
aber der Herr nimmt mich auf.
Herr, weise mir deinen Weg
und leite mich auf ebener Bahn
um meiner Feinde willen.
Gib mich nicht preis dem Willen meiner Feinde!
Denn es stehen falsche Zeugen wider mich auf
und tun mir Unrecht.
Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde
die Güte des Herrn im Lande der lebendigen.
Harre des Herrn!
Sei getrost und unverzagt und harre des Herrn!

Psalm 27

Herr, höre meine Stimme

Am Sonntag „Exaudi“ kommen wir auf das Hören und zuhören zu sprechen. Der Sonntag hat seinen Namen von Psalm 27 Vers 7 erhalten, in dem es heißt: „Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe. Sei mir gnädig und antworte mir.“ Das Gebet ist nachvollziehbar. Wenn Menschen sich an Gott wenden, dann hoffen sie erhört zu werden. Wo wir unsere kleinen und großen Anliegen, Sorgen und Wünsche vor Gott bringen, möchten wir, dass Gott uns Gehör schenkt. Auf unsere Fragen möchten wir eine Antwort, denn wenn sich das Gefühl einstellt, dass uns jemand hört, tröstet es uns und tut uns gut. Nichts ist glaube ich so schlimm, wie das Gefühl nicht wahrgenommen bzw. nicht gehört zu werden. Es macht uns ohnmächtig und raubt uns ein Stück unserer Würde und macht uns einsam.

Nicht immer werden wir erhört

Wahrscheinlich kennt jeder solche Erfahrungen, wo wir nicht gehört werden, und uns lautstark bemerkbar machen müssen, etwa bei der Notaufaufnahme im Krankenhaus, wenn wir einen Arzttermin ausmachen wollen und dann vertröstet werden, wenn wir einen Menschen von unseren lauteren Absichten überzeugen müssen, wenn wir umeinander werben und nach Hilfe rufen. Hört mich jemand?, ist dann die Frage, und damit verbunden, die weitergehende Frage, kannst du mich verstehen, weißt du, was ich meine, kannst du dir vorstellen, wie ich mich fühle, hörst du mich, den Klang meiner Worte und das was ich damit sagen will, meinen Schmerz, mein Glück, mein Anliegen.

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Singet dem Herrn ein neues Lied

Osterkerze in Rod an der Weil

Vierter Sonntag nach Ostern

Singet dem Herrn ein neues Lied,
denn er tut Wunder.
Er schafft Heil mit seiner Rechten
und mit seinem heiligen Arm.
Der Herr lässt sein Heil verkündigen;
vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.
Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,
aller Welt Enden sehen das heil unsres Gottes.
Jauchzet dem Herrn, alle Welt
singet, rühmet und lobet!
Lobet den Herrn mit Harfen,
mit Harfen und mit Saitenspiel!
Mit Trompeten und Posaunen
jauchzet vor dem Herrn, dem König!
Das Meer brause und was darinnen ist,
der Erdkreis und die darauf wohnen.
Die Ströme sollen in die Hände klatschen,
und alle Berge seien fröhlich vor dem Herrn;
denn er kommt, das Erdreich zu richten.
Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit
Und die Völker, wie es recht ist.

Psalm 98

Mit Musik geht vieles leichter

Mit einem Lied auf den Lippen geht vieles leichter. Eine Melodie zu summen hebt die Laune und vertreibt sogar die Angst. Wenn ich im dunklen Keller als Kind leise pfeife, höre ich wenigstens eine Stimme und fühle mich nicht allein. Musik verhilft zu einem beschwingteren und weniger ängstlichen Leben.

Musik ist ein Geschenk Gottes

Martin Luther sah das früher ganz ähnlich. Er formulierte einmal in seinem eigenen, für uns ungewohnten, Lutherdeutsch: „Musica ist das beste Labsal eines betrübten Menschen, dadurch das Herze wieder zufrieden, erquickt und erfrischt wird.“ In unserem heutigen Deutsch würden wir sagen: „Musik ist die beste Stärkung für einen betrübten Menschen. Dadurch wird das Herz wieder zufrieden, neu belebt und erfrischt.“ Klar ist jedenfalls Musik baut auf, beschwingt und kann Ängste in Schach halten. Für Luther stand zwar die Bibel im Mittelpunkt aller seiner Überlegungen, doch danach kam bei ihm gleich die Musik. In seinen Augen war die „Musica eine Disziplin- und Zuchtmeisterin, die die Leute gelinder und sanftmütiger, aber auch sittsamer und vernünftiger machen würde.“ Außerdem war er davon überzeugt, dass die Musik eine Gabe und ein Geschenk Gottes sei, das den Teufel vertreibt und die Leute fröhlich macht.

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Jubilate Deo

Jauchzet dem Herren alle Welt.

Jauchzet Gott, alle Lande!
Lobsingt zur Ehre seines Namens;
rühmet ihn herrlich!
Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!
Deine Feinde müssen sich beugen
vor deiner großen Macht.
Alles Land bete dich an und lobsinge dir,
lobsinge deinem Namen.
Kommt her und sehet an die Werke Gottes,
der so wunderbar ist
in seinem Tun an den Menschenkindern.
Er verwandelte das Meer in trockenes Land,
sie gingen zu Fuß durch den Strom;
dort wollen wir uns seiner freuen.
Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich,
seine Augen schauen auf die Völker.
Die Abtrünnigen können sich nicht erheben.
Lobet, ihr Völker, unsern Gott,
lasst seinen Ruhm weit erschallen,
der unsere Seelen am Leben erhält
und lässt unsere Füße nicht gleiten.

Einstimmen in das Lob Gottes

Am dritten Sonntag nach Ostern werden wir eingestimmt in das Lob Gottes. Psalm 66 gibt heute den Ton an. „Jauchzet Gott, alle Lande,“ heißt es, und weiter „Lobsingt zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich.“

Das Lob dieses Sonntages gebührt Gott, und wenn wir genau darauf achten, seinen Werken und seiner Schöpfung. „Wie wunderbar sind deine Werke“ rühmt ein Psalmbeter. „Wie wunderbar sind deiner Hände Werk.“ Im Frühling ist es leicht in dieses Lob miteinzustimmen, wenn alles grünt und blüht und die Sonne scheint. Es ist ein Anblick, der unser Herz beschwingt und unsere Seele vielleicht ein wenig hüpfen lässt. Doch nicht allein die duftende und vielfarbige Natur lädt uns zum Jubilieren ein, es sind auch die vielen kleinen und großen Dinge, die uns aufatmen lassen und uns an Gottes Walten und Weben erinnern: Dass die Erde besteht und wir morgens aufstehen können, dass wir gesund sind oder wenn wir krank sind auch Hilfe finden können, dass alles seine Ordnung hat, auch wenn sie manchmal einengt. Wenn wir Gott loben, bringen wir zum Ausdruck, dass es schön ist zu leben, und wir zeigen uns dankbar, dass Gott es uns ermöglicht ebenso frei wie behütet, das Leben aus seiner Hand zu nehmen.

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Der Herr ist mein Hirte

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir.
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen
mein Leben lang,
und ich werde bleiben
im Hause des Herrn immerdar.

Psalm 23
Jesus, der gute Hirte

Der zweite Sonntag nach Ostern

Am Sonntag Miserikordias Domini ( = die Erde ist voll der Güte des Herrn), dem zweiten Sonntag nach Ostern, erinnern wir uns an den „guten Hirten.“ Das Bild des guten Hirten zieht sich wie ein immer wiederkehrendes Leitmotiv durch die Bibel. Im Alten Testament konnte man die Könige als gute Hirten ansehen, die ihr Volk weideten und beschützten. Im Neuen Testament haben unsere Vorfahren Jesus Christus als guten Hirten betrachtet und verehrt. Älter als die Kreuzigungsdarstellungen sind die ersten Bilder, die Jesus als guten Hirten darstellten, der ein Lämmchen auf seinen Schultern trug und es in Sicherheit brachte.

Der Hirte in biblischer Zeit

In biblischer Zeit hüteten die Hirten ihre Herden und hielten sie zusammen und schützten sie vor Gefahren. Die Hauptaufgabe bestand darin die Herde zusammenzuhalten und immer wieder neue Weidegründe zu erschließen. In der agrarischen Gesellschaft der Antike kam es auf jedes einzelne Tier an. Verschwand der Hirte oder kümmerte er sich nicht richtig um seine Tiere, dann schwebte die ganze Herde in Gefahr. Die Sicherheitslage damals war insgesamt bedrohlicher als heute.

Hirten und Schafe

Von Hirten und Schafen sprechen wir bis heute in unseren Kirchen. Die kath. Kirche bezieht das Motiv des schützenden Hirten auf das Amt des Bischofs. Und wenn wir vom Herrn „Pastor“ sprechen, meinen wir damit eigentlich einen Hirten, denn das Wort Pastor stammt von dem lateinischen Wort „pastor“ ab. In der Kirche begegnet uns das Motiv vom guten Hirten immer wieder. Oft weist es uns auf das wiedergefundene Schaf, das der gute Hirte auf seinen Schultern trägt. Als Schafe bezeichnen wir dagegen oft die Gläubigen, die zu einer Herde zusammengefügt, zufrieden auf grünen Auen weiden sollen.

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